Salzburgs GRÜNE nehmen die aktuelle Gaskrise zum Anlass, um eine Unterschriftenaktion für den Umstieg auf Erneuerbare Energieträger zu starten. Konkret geht es um den Auftrag an die Salzburger Landesregierung, “alle notwendigen Maßnahmen zu setzen, um Salzburgs Energiebedarf bis zum Jahr 2025 zur Gänze aus Erneuerbaren Energieträgern abzudecken”. Formal handelt es sich um einen Landtagsantrag, für den die GRÜNEN die möglichst breite Zustimmung der Salzburger Bevölkerung suchen. “Der Umstieg auf Erneuerbare Energien wird nur stattfinden, wenn eine breite Bevölkerungsschicht dieses Zukunftsprojekt haben will und unterstützt”, erklärt Labg. Cyriak Schwaighofer, der Landessprecher der GRÜNEN.
Dazu ein paar Daten über Österreichs Energieversorgung:
* Österreich ist zu mehr als 70 Prozent von Energieimporten abhängig und deckt seinen Energiebedarf zu knapp 80 Prozent aus fossilen, nicht erneuerbaren Energiequellen (Öl, Gas, Kohle, Atomstrom). Die Importabhängigkeit steigt ebenso seit Jahren wie die Energieimporte selbst.
* Bei Erdgas ist Österreich zu mehr als 80 Prozent von Importen abhängig, weniger als 20 Prozent können aus eigener Förderung gedeckt werden. Die Importabhängigkeit konzentriert sich dabei stark auf Russland. 60 Prozent des österreichischen Erdgasverbrauchs kommen aus Russland. Bei Erdöl (93 Prozent) und Kohle (84 Prozent) ist die Importabhängigkeit sogar noch deutlich höher als bei Erdgas. Auch Atomstrom bedeutet eine Abhängigkeit von Rohstoffquellen außerhalb Europas. Die EU ist bei Uran zu 95 Prozent von Importen abhängig, Hauptlieferland: Russland.
* Geschieht nichts, wird der österreichische Energiebedarf bis 2020 insgesamt um fast 20 Prozent steigen, der Gasbedarf sogar um 50 Prozent. Die gefährliche Abhängigkeit würde sich weiter dramatisch erhöhen.
* In Österreich wird derzeit der Bau von neuen Gaskraftwerken von ca. 6.000 MW diskutiert, die alleine drei Viertel des derzeitigen Jahresgasbedarfs verbrauchen würden. Das bedeutet elf Gaskraftwerke mit Investitionskosten von 4 Milliarden Euro. Der gleichzeitig nötige Ausbau von Gaspipelines in Österreich würde weitere 1,5 Milliarden Euro verschlingen. Selbst wenn nicht alle geplanten Gaskraftwerke realisiert werden, geht die Gaswirtschaft von einem Verbrauchswachstum bei Erdgas von 50 Prozent bis 2020 aus. Dadurch würde weiter in die steigende Energieabhängigkeit investiert werden.
“Neue Energien für Salzburg”
Der Umstieg Salzburgs auf Erneuerbare Energien ist nicht umsonst auch das zentrale Wahlkampfthema – Motto: “Neue Energie für Salzburg” – der GRÜNEN für die Landtagswahl. Die Entscheidung für diese Schwerpunktsetzung fiel September, und zwar längst nicht nur aus ökologisch motivierten Beweggründen wie dem Klimawandel: “Als im Spätsommer Finanz- und Wirtschaftskrise ausbrachen, war uns völlig klar, dass die Neuen Energien die richtige Antwort auf die wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft sind. Kein normaler Mensch wird Benzinfressende Autos oder den Bau von ein paar neuen Gas-Pipelines ernsthaft als boomende Wachstumsbranchen bezeichnen. Die Wirtschaftsmotoren und Beschäftigungszuwächse der Zukunft liegen woanders: Beim Dämmen der Häuser, beim Ausbau der Windkraft, bei der Entwicklung, Montage und Warten von Solaranlagen. Dort müssen wir hin”, so Schwaighofer.